Bei Arbeitskämpfen kann zwischen Rechtsstreitigkeiten und Interessenstreitigkeiten unterschieden werden. Der erste betrifft alle Streitigkeiten über die Durchführung und Auslegung von Vereinbarungen zwischen beiden Seiten. In diesem Zusammenhang können die Parteien zwischen einem Schiedsverfahren und einem Gerichtsverfahren wählen. Im Gegensatz dazu ergeben sich bei den Verhandlungen über eine neue Vereinbarung unterschiedliche Interessen, und keine Partei darf einen gerichtlichen Anspruch geltend machen. Im Oktober 2004 hat die Schweiz ein bilaterales Abkommen mit der Europäischen Union über den freien Personenverkehr geschlossen. Diese Vereinbarung trat am 1. April 2006 in Kraft. Sie sieht vor, dass die Bürger der Vertragsparteien das Recht auf berufliche Mobilität zwischen den Hoheitsgebieten der anderen Vertragsparteien haben (Art. 7, Bilaterales Abkommen über den freien Personenverkehr), einschließlich der freien Wahl von Arbeitgeber, Beschäftigung und Beruf sowie der Freiheit, ihren Arbeitsplatz und ihren Wohnsitz zu wechseln. Neben normativen Bestimmungen entfalten Tarifverträge auch Wirkungen, die ausschließlich die Vertragsparteien betreffen. Die betroffenen Verbände sind daher verpflichtet, sie umzusetzen und den industriellen Frieden zu bewahren (Art. 357a CO). Nach dem ersten ist es Sache der Parteien, dafür zu sorgen, dass alle ihre Mitglieder die Bestimmungen der Tarifverträge einhalten und erforderlichenfalls Durchsetzungsmaßnahmen zu ihrer Umsetzung ergreifen.

Die Verpflichtung zur Wahrung des industriellen Friedens impliziert die Pflicht, jede Art von Anfechtung von Angelegenheiten zu unterlassen, die im Abkommen geregelt sind. Darüber hinaus einigen sich die Vertragsparteien häufig auf andere vertragliche Bestimmungen, wie z. B. Klauseln zur Festlegung von Entschädigungsfonds, gemeinsame Ausschüsse oder Schiedsgerichte. Standardverträge sind Verordnungen zum Schutz der Arbeitnehmer in Bereichen, in denen es noch keine Tarifverträge gibt. Sie werden entweder von der Bundesregierung oder von den Kantonen ausgestellt und legen Klauseln über den Abschluss, den Gegenstand und den Zweck verschiedener Arten von Arbeitsverträgen fest (Art. 359.1 CO). Sie gelten unmittelbar für die von ihnen geregelten Arbeitsverhältnisse, die Parteien können jedoch durch eine individuelle Vereinbarung von ihnen abweichen (Art.